Hart - Kreuz der ArGe Naherholung Mittleres Labertal Zur Übersicht

Beschreibung
Das Kreuz am Waldrand zwischen Kinderspielplatz, Waldkindergarten und den Stockbahnen wurde im Juli 1990 an der alten Eiche zum Gedenken an den Gründer der ArGe Gustav Schmidt angebracht.

Das Kreuz wurde am 15. Juli 1990 durch BGR Pfarrer Gerhard Betzner eingeweiht. ArGe Beirat Konrad Stadler aus Hofkirchen ließ dieses alte gusseiserne Kreuz restaurieren, farbig gestalten und die Holztafel in Form eines Eichenblattes mit einer Textzeile aus dem Credo der Waldlermesse von Ferdinand Neumaier schaffen:

Fest als wia a oach'ner Baam, so steht mei Glaub'm
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Oktober 2000 - Großes Bild
Am Kreuz aus Gusseisen mit Korpus im Viernageltypus und Titulus sind zwei gusseiserne Figuren angebracht, die sich auf eine runde Kartusche stützen. Darunter sind ein geflügelter Putto und eine kleine Figur der Mater Dolorosa befestigt.

Gegenüber der Eiche wurde 1976 ein Gedenkstein zur Ehrung der Herren Josef Schreiner und Franz Rödl aufgestellt. Herr Schreiner war der 1. Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Naherholung mittleres Labertal e.V., Herr Rödl war leitender Forstbeamter bei der Forstdirektion Regensburg. Gustav Schmidt scheibt in seinem Artikel im Labertaler Lesebuch I im Jahre 1983 auf Seite 10: Der allzu frühe Tod von Josef Schreiner am 08.10.1974 war ein großer Verlust für das mittlere Labertal und seine Bevölkerung. Am 15. Juli 1990 wurde feierlich eine weitere Bronzetafel enthüllt, die dem im Winter 1990 verstorbenen Baudirektor Gustav Schmidt gewidmet ist.
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September 2007 - Großes Bild


Gedenkfeier für Gustav Schmidt
Wegkreuz und Gedenkstein Hart, 15. Juli 1990

Ansprache von Klaus Storm 

Liebe Freunde, heute stehen wir in dieser herrlichen Natur an diesem strahlend schönen Tag und gedenken eines Mannes, der uns vor einem halben Jahr, fast auf den Tag genau für immer verlassen hat.

Als wir im Jahre 1984 anlässlich des 10. Gründungsjahres der ArGe diesen Stein enthüllten – Gustav Schmidt hielt die Festansprache - ahnte keiner von uns, dass 6 Jahre später sein Name, als verdientem Vorsitzenden nach dem Gründer Josef Schreiner, eingetragen werden musste. Wir denken heute an Gustl als unseren Freund, einer prägenden Persönlichkeit des Labertals.  

Wir denken an ihn als anständigen, guten Menschen, der in seinem Idealismus Vorbild war. Die Jugend und die alten Menschen waren ihm besondere Verpflichtung. So ist dieser Tag, der den Senioren gewidmet ist, ein geeigneter Anlass, Gustav eine bleibende Erinnerung zu schaffen und sie mit dem Segen der Kirche zu weihen.

Sein Wort war: „Der Mensch braucht den Mitmenschen!“ und: „aus unserer Heimat wird das, was wir selbst aus ihr machen“ Sein Postulat war unüberhörbar.

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Gustav Schmidt sah seine Aufgabe klar: Unser Lebensraum, das Labertal, ist ein Musterbeispiel des schnellen Wandels. Aus der ländlichen Gemeinschaft wurde eine Gesellschaft des Nebeneinanders. Mit dem Schwinden der Verbundenheit von Mensch zu Mensch wächst die Angst vor der Zukunft.

Der Bürger, der selbst nicht mehr für seine Zukunft schöpferisch tätig ist, fordert vom Staat die Garantie für ein sorgenfreies Leben. Dieser kann aber kein Glück verordnen.

Das persönliche Wohlbefinden setzt ein gemeinsames Wohlergehen in der Familie, im Dorf, in der Gemeinde voraus. Wir brauchen den Geist, der uns zusammenführt und zu neuer Gemeinsamkeit befähigt, denn Gott hat den Menschen verantwortlich über die Schöpfung gestellt und ihm den Geist zum Denken gegeben.

Der Mensch als Geschöpf Gottes ist ein Treuhänder der Natur gegenüber Gott, Gärtner, nicht Ausbeuter.
Dieses Leitbild zeichnete den Weg vor, den Gustav konsequent, in beispielhafter Pflichterfüllung ging.


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Seine Freundschaft und sein Humor, seine Treue zu uns und zu sich selbst, bereicherten unsere Gemeinschaft.
Sein unerschütterlicher Glaube an den Schöpfer bringt uns sein Sterbebild näher: „Ich habe geglaubt, ich werde die Herrlichkeit Gottes schauen.“

In dankbarer Erinnerung und als mahnenden Auftrag haben wir seinen Namen auf diesen Stein gesetzt. Unser Beirat Konrad Stadler hat dieses Wegkreuz geschaffen. Es lädt an exponierter Stelle ein zu stillem Gedenken und Gebet.

Klaus Storm
Vorsitzender der ArGe Naherholung Mittleres Labertal e.V.

Quelle: Labertaler Lesebuch III (1993), Seite 10ff, mit freundlicher Genehmigung des Autors

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Leider haben Wind und Wetter dem Kreuz in den letzten 30 Jahren arg zugesetzt. Die Eiche hat an Umfang zugenommen und die Gusseisentafel abgesprengt, die jetzt am Boden liegt. Die Farbe am Kruzifix ist abgeblättert und die Schrift auf dem Eichenblatt ist verblasst.

Wie kann man das Kreuz finden?

Am Naherholungszentrum Hart am Weg zwischen Kinderspielplatz und den Stockbahnen steht die mächtige Eiche und gegenüber der Gedenkstein für Gründer und Förderer der ArGe. Hier befindet sich auch der Start- und Zielpunkt des von der ArGe angelegten Rundwanderwegs - Feichternweg.

Eine Markierung im Bayernatlas zeigt den genauen Standort (Landkarte im Bayernatlas)
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Im April 2020, Richard Stadler  -  Letzte Aktualisierung: 30.06.2020 15:34 Impressum